
Viele von uns kommen als Kinder zur Musik – neugierig darauf, wie es sich anfühlt, Gitarre, Klavier, Geige oder ein anderes Instrument zu spielen. Und wahrscheinlich hat es nicht lange gedauert, bis wir auch versucht haben, etwas Eigenes zu komponieren. Aber was, wenn du die Musik als Kind nie entdeckt hast? Vielleicht denkst du, du hättest das Zeitfenster zum Musiklernen verpasst und es sei für immer geschlossen. Zum Glück stellt sich heraus: Das stimmt nicht!
Bist du also zu alt, um Klavier, Gitarre oder Geige zu lernen? Bist du zu alt, um zu lernen, wie man einen Song schreibt und Musik komponiert?
Du bist nie zu alt, um Musik zu lernen und zu erschaffen. Du kannst Klavier, Gitarre, Geige, Songwriting oder Komposition in jedem Alter lernen. Studien zeigen, dass das menschliche Gehirn ein Leben lang in der Lage bleibt, Musik zu lernen und neue Informationen zu behalten – ganz egal, wie alt oder jung du bist.
Du kannst fast alles in jedem Alter lernen, auch Musik. Du kannst sogar Noten lesen lernen, wie wir schon in diesem Artikel besprochen haben: Kann jeder Noten lesen lernen? Im heutigen Artikel schauen wir uns 10 großartige Musiker an, die spät (oder ziemlich spät) zur Musik gekommen sind und trotzdem voll durchgestartet sind! Danach sehen wir uns an, wie dir die Plastizität deines Gehirns helfen kann, Klavier, Gitarre, Songwriting oder Komposition zu lernen – egal, ob du Teenager bist, mitten im Leben stehst oder vielleicht schon in Rente bist.
10 Musiker, die spät zur Musik kamen – und trotzdem voll durchgestartet sind
Hier ist der Beweis, dass du nie zu alt bist, um Musik zu lernen. Wir haben die Qual der Wahl bei Beispielen für großartige Musiker, die spät zur Musik gekommen sind (und voll durchgestartet sind!).
Aram Chatschaturjan (1903 – 1978)

Aram Chatschaturjans Leben als sowjetisch-armenischer Komponist begann, als er 18 Jahre alt war. In diesem Alter schrieb er sich an einer Musikschule ein (ohne jede musikalische Vorbildung) und studierte gleichzeitig Biologie.
Seine musikalische Reise nahm mit dem Cellostudium Fahrt auf, und schon 3 Jahre später nahm er Kompositionsunterricht. Heute gilt Chatschaturjan als einer der führenden sowjetischen Komponisten, und ihm wird zugeschrieben, die armenische Volksmusik in die Welt hinausgetragen zu haben.
Hier ist seine „Erste Sinfonie“, die zugleich sein erster Erfolg als Komponist war. Chatschaturjan komponierte sie 1935 als Abschlussarbeit seines Studiums, im Alter von 32 Jahren.
Iannis Xenakis (1922 – 2001)

Xenakis hatte als kleiner Junge kurz Musik gelernt, doch sein Leben in Griechenland wurde unterbrochen, als 1940 der Krieg ausbrach. Nach seinem Abschluss als Bauingenieur musste er nach Paris fliehen.
Dort suchte er die musikalische Anleitung verschiedener berühmter Lehrer wie Nadia Boulanger, Arthur Honegger und Darius Milhaud, doch sie trauten ihm nicht viel zu. Es war jedoch der große Komponist Olivier Messiaen, der den 30-jährigen Xenakis ermutigte, seinen eigenen Hintergrund und seine Erfahrungen (als Grieche, Architekt und Mathematiker) zu nutzen und auf die Musik anzuwenden.
Heute erinnert man sich an Xenakis als einen wichtigen Neuerer der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts. Hör dir hier das intensive Orchesterwerk Metastaseis an. Er schrieb auch ein Theoriebuch mit dem Titel Formalized Music: Thoughts and Mathematics in Composition. Es ist teuer, aber spannend, wenn dich interessiert, wie Mathematik und Musik zusammenkommen.
Emmanuel Chabrier (1841 – 1894)
Hier ist ein weiterer interessanter Werdegang eines Komponisten. Der französische Komponist Chabrier bekam zwar schon mit 6 Jahren Musikunterricht, widmete sich dem Komponieren aber erst mit 39 Jahren hauptberuflich. Bis dahin trat er in die Fußstapfen seines Vaters (und folgte dessen Rat) und studierte Jura.
Chabrier arbeitete 19 Jahre lang als Beamter im französischen Innenministerium und pflegte seine Liebe zur Musik und zum Komponieren in seiner Freizeit. Nachdem er eine Aufführung von Wagners Tristan und Isolde gehört hatte, beschloss er, seinen Job zu kündigen und sich ganz der Musik zu widmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte seine lange nebenberufliche Musikkarriere ohnehin schon an Fahrt aufgenommen!
Hör dir hier eines seiner bis heute beliebtesten Werke an – eine Rhapsodie für Orchester namens España –, die er 1883 (mit 42 Jahren) nach einer Reise nach Spanien schrieb.
Chabrier ist der Beweis, dass es nie zu spät ist, die Richtung zu wechseln!
Tom Morello (1964 – )
Tom Morello stieg mit 13 Jahren in seine erste Band ein, allerdings nur als Sänger. Ernsthaft mit der Gitarre fing er erst mit 18 an. Heute kennt man ihn als Gitarristen von Rage Against the Machine und Audioslave.
Joe Satriani (1956 – )
Satriani, der zu den besten Gitarristen aller Zeiten gezählt wird, soll mit 14 Jahren zum Gitarrespielen inspiriert worden sein – als er vom Tod Jimi Hendrix‘ erfuhr. Wie einige unserer anderen Beispiele nahm er die Musik ab 18 ernst. Hier spielt er einen meiner Lieblingssongs (und einen seiner kreativsten) vor einer Menge begeisterter Fans!
Alexander Borodin (1833 – 1887)
Borodin ist heute als Mitglied des „Mächtigen Häufleins“ (auch „Gruppe der Fünf“ genannt) bekannt – einer Gruppe russischer, nationalistisch gesinnter Komponisten, die Musik schreiben wollten, die russischer und weniger westlich klang. Seine früheste bekannte Komposition, die größtenteils verloren ist, stammt aus dem Jahr 1850, als er 17 war. Doch trotz seines Interesses an der Musik schlug er stattdessen eine Laufbahn in der Chemie ein. Die Musik blieb seiner Freizeit vorbehalten.
Seine Arbeit als Chemiker war sehr erfolgreich und hoch angesehen. Mit 29 Jahren wurde er sogar Professor. Borodin pflegte die Musik während seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn in seiner Freizeit. Der Wendepunkt kam 1862, als er im Alter von 29 Jahren den großen russischen Komponisten Balakirew kennenlernte.
Balakirew gab Borodin Kompositionsunterricht, und unter seiner Anleitung begann Borodin mit der Arbeit an seiner 1. Sinfonie, die 6 Jahre später uraufgeführt wurde. Obwohl er sich nie hauptberuflich der Musik widmete, komponierte Borodin als Mitglied des Mächtigen Häufleins weiter. Heute kennt man ihn für seine Oper Fürst Igor, 2 Sinfonien und seine Streichquartette. Hör dir hier seine bekannte sinfonische Dichtung Eine Steppenskizze aus Mittelasien an, die er 1880 komponierte.
Hector Berlioz (1803 – 1869)
Obwohl Musik in seiner Erziehung als kleiner Junge nur eine sehr kleine Rolle spielte, liebte Berlioz die Musik und lernte die Grundlagen auf der Gitarre und der Flöte. Mit 12 Jahren versuchte er sich zum ersten Mal am Komponieren, als er für seine 18-jährige Nachbarin schwärmte. Damals versuchte Berlioz, Harmonielehre aus Büchern zu lernen.

Dem Wunsch seines Vaters folgend, schrieb sich Berlioz mit 18 Jahren an der medizinischen Fakultät der Universität Paris ein. Das Fach gefiel ihm nicht besonders, aber der Umzug nach Paris war entscheidend. Dort konnte er in die Opernhäuser gehen und Musik hören. Als er Glucks Iphigénie en Tauride zum zweiten Mal hörte, stand für ihn fest, dass er Komponist werden wollte.
Berlioz schloss sein Studium ab, gab den Beruf aber auf – sehr zum Missfallen seines Vaters (der ihm vorschlug, stattdessen Jura zu studieren). 1826, mit 23 Jahren, wurde er am Konservatorium aufgenommen, wo er endlich Vollzeit Komposition studieren konnte.
Albert Roussel (1869 – 1937)
Roussel ist ein weiterer französischer Komponist, der umsattelte und erst später im Leben zur Musik fand. Tatsächlich begann er erst 1894 (mit 25 Jahren), Harmonielehre zu studieren. Bis dahin interessierte er sich mehr für Mathematik und diente in der französischen Marine.
Allan Holdsworth (1946 – 2017)
Allan Holdsworth war Komponist und Gitarrist in den unterschiedlichsten Genres. Nach seiner fantastischen Karriere, die 4 Jahrzehnte dauerte, würde man meinen, er hätte von Geburt an Musik gemacht! Tatsächlich bekam Holdsworth seine erste Gitarre aber erst mit 17 und seinen ersten Musikunterricht von seinem Großvater – alles andere als ein spektakulärer Start!
Bill Withers (1938 – 2020)
Bill Withers ist der Songwriter hinter einigen der beliebtesten Songs aller Zeiten, zum Beispiel Lean on Me, Ain’t No Sunshine und Lovely Day. Mit 29 Jahren zog er für eine Musikkarriere nach Los Angeles, nachdem er 9 Jahre bei der US-Marine gedient hatte. Selbst dann machte er eine Zeit lang nur nebenberuflich Musik.
Warum es nie zu spät ist, Musik zu lernen
Man verrennt sich leicht in die Vorstellung, zu spät dran zu sein – dass man schon mit 4 Jahren mit der Musik hätte anfangen sollen. Wir müssen nicht alle wie Mozart sein, dessen Vater (selbst ein berühmter Komponist) sich von Anfang an ganz der musikalischen Ausbildung seines Sohnes widmete. Nur weil wir nicht schon Musik gespielt und geschrieben haben, bevor wir uns allein anziehen konnten, heißt das nicht, dass wir zu spät dran sind.
Wenn man diese Biografien liest, scheint das Leben in Wirklichkeit selten so geradlinig zu verlaufen – vielmehr gibt es Wendungen und Umwege, wir ändern unsere Interessen und probieren Neues aus. Jedes Leben ist eine eigene Geschichte. Das Einzige, was sie alle gemeinsam haben, ist die Liebe zur Musik. Solange du die hast, bist du nicht zu spät dran.
Was ist die Plastizität des Gehirns und wie wirkt sie sich auf das Musiklernen aus?
Da dies eine Musik-Website ist, werden wir nicht allzu tief in den endlos faszinierenden Kaninchenbau der Neurowissenschaft hinabsteigen. Aber um wirklich zu verstehen, wie und warum du in jedem Alter Musik lernen kannst, ist es wichtig zu verstehen, wie das Gehirn funktioniert.
Ganz einfach gesagt ist Neuroplastizität die Fähigkeit des Gehirns, sich ein Leben lang zu verändern. Das geschieht, indem die Verbindungen zwischen Neuronen (Gehirnzellen) gestärkt oder geschwächt werden, je nachdem, ob Dinge gelernt oder vergessen werden. Jedes Mal, wenn du eine vertraute Handlung wiederholst, werden die Verbindungen zwischen den beteiligten Neuronen gestärkt. Und bei Handlungen, die du nicht mehr ausführst, werden die zugehörigen Verbindungen mit der Zeit langsam schwächer, bis die Fähigkeit vergessen ist.
„Wer rastet, der rostet!“
Eine alte Weisheit, die die Neurowissenschaft stützt – und sie gilt auch für die Musik.
Deshalb haben viele Menschen mittleren Alters vergessen, wie man flüssig in Schreibschrift schreibt, weil heute alles getippt oder ins Handy eingegeben wird. Diese Fähigkeit wird nicht mehr so genutzt wie früher, also bauen sich die Nervenbahnen ab. Wer noch täglich in Schreibschrift schreibt, behält die Fähigkeit, während diejenigen, die nicht mehr von Hand schreiben, langsamer oder unordentlicher werden. Im Grunde gibt die Forschung der alten Weisheit recht: „Wer rastet, der rostet.“
Wissenschaftler wissen, dass es Neuroplastizität gibt, weil über Jahrzehnte zahlreiche Studien zu allen Aspekten der Gehirnentwicklung durchgeführt wurden. Sie haben bestimmte Phasen im Leben eines Menschen ausgemacht, in denen die Plastizität des Gehirns besonders ausgeprägt ist.
Kindheit
Wir alle wissen, dass Babys bereit zum Lernen auf die Welt kommen! Ihr Gehirn ist darauf eingestellt, neue Informationen aufzunehmen und neue Verbindungen zu knüpfen. Diese angeborene Plastizität hält die ganze Kindheit über an, und deshalb lernen die meisten Kinder so leicht Musik. Sie sind zum Lernen geboren!
Lernen im Erwachsenenalter
Die nächste Situation, die die Plastizität des Gehirns fördert, entsteht, wenn jemand – in welchem Alter auch immer – etwas Neues lernt. Das kann eine Fertigkeit sein, neue Wörter oder Sprachen, ganz egal was. Je mehr man die neue Fertigkeit übt, desto mehr Neuronen werden für sie miteinander verbunden. Diese Verbindungen werden stärker und schneller, sodass die neue Information leichter abrufbar ist. Genau diese Art von Plastizität können die meisten Erwachsenen nutzen, um Musik zu lernen – egal, wie alt sie sind.
Übrigens deuten Studien auch darauf hin, dass ältere Menschen, die ihr Gehirn fordern, indem sie etwas Neues lernen oder Rätsel lösen, geistig fitter bleiben als diejenigen, die das nicht tun! Klar, die Plastizität des Gehirns nimmt mit dem Alter ab, ABER sie ist immer da.
Schädel-Hirn-Verletzungen
Auch nach einer Verletzung zeigt sich die Plastizität: Das Gehirn kann sich neu organisieren und neue Verbindungen knüpfen, um verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Musik wird sogar in der Rehabilitation von Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen eingesetzt, wie dieser Artikel (auf Englisch) erklärt.
Mit der Plastizität des Gehirns als Erwachsener Klavier, Gitarre und Songwriting lernen
Jetzt kommt dir all dein neues Wissen über Neuroplastizität zugute. Die Forschung zeigt: Du bist nie zu alt, um Klavier, Gitarre, Songwriting oder Komposition zu lernen. In diesem Artikel (auf Englisch) haben Wissenschaftler gezielt Musiker und Nichtmusiker untersucht. Sie fanden heraus, dass Berufsmusiker und Menschen, die mindestens eine Stunde täglich übten, ein größeres Volumen an grauer Substanz (der Substanz der Großhirnrinde) hatten als Menschen, die überhaupt nicht spielten. Wer gerade erst Musik lernte oder seltener übte, lag irgendwo dazwischen.
Also ja, du kannst in jedem Alter Komposition und ein Instrument lernen. Es braucht Übung und Hingabe, aber genau dafür ist dein Gehirn gemacht. Dein Alter hat keinen Einfluss auf deinen Erfolg als Musiker oder Songwriter, also vergiss deine Sorge, dieses magische Zeitfenster verpasst zu haben.
„Wer mindestens eine Stunde täglich übt, hat ein größeres Volumen an grauer Substanz.“
~ Sharp Brains
Um in höherem Alter Songwriting zu lernen, musst du dich einfach darauf konzentrieren. Es ist eine neue Fähigkeit wie jede andere auch. Denk daran, dass du auch Laufen, Sprechen und Zähneputzen lernen musstest. Du musstest lernen, komplizierte Rechenaufgaben zu lösen und leserlich zu schreiben. Du musstest auch deinen Job lernen. Du wurdest mit nichts von diesem Wissen geboren, aber du hast alles gelernt. Mit Musik ist es nicht anders.
Such dir einen Lehrer
Um die Plastizität deines Gehirns als Erwachsener zu nutzen und Komponieren oder ein Instrument zu lernen, brauchst du einen Lehrer, einen Leitfaden, Bücher oder eine Website. Finde etwas oder jemanden, das oder der zu dir passt. Wenn du auf deine bewährten Stärken setzt (zum Beispiel Lesen statt Videos schauen), nutzt du die Bahnen, die in deinem Gehirn schon vorhanden sind.
Ein guter Lehrer hilft dir, von Anfang an richtig loszulegen!
Den richtigen Lehrer, Mentor oder die richtige Website zu finden, hilft dir, deine Energie in die richtige Richtung zu lenken. Für ältere Lernende ist das ein wesentlicher Baustein, um die Neuroplastizität bestmöglich zu nutzen. Diese Profis und guten Websites kennen alle Tricks, die dir helfen, deine neuen musikalischen Fähigkeiten auf den Weg zu bringen. Du weißt ja, wie schwer es ist, eine schlechte Angewohnheit wieder loszuwerden. Ein guter Lehrer hilft dir, von Anfang an richtig loszulegen!
Übe
Einen Lehrer, Leitfaden, Mentor oder eine Website zu finden, die dir hilft, als Erwachsener Songwriting zu lernen, ist nur der erste Schritt. Du musst deinen Unterricht ernst nehmen und das Gelernte auch wirklich anwenden.
Erinnerst du dich, dass ich oben erwähnt habe, dass die Bahnen in deinem Gehirn umso stärker werden, je öfter du etwas tust? Nimm dazu noch das, was der verlinkte Artikel gezeigt hat: Die Gehirne von Musikern hatten mehr Volumen, wenn sie mehr übten. Genau darauf zielst du ab.
Dein Gehirn muss neue Verbindungen zwischen Neuronen knüpfen und stärken, während du lernst, Klavier, Gitarre oder ein anderes Instrument zu spielen. Je mehr du übst und je mehr du diese neuen Fähigkeiten nutzt, desto stärker werden sie. Und wenn du das Üben regelmäßig ausfallen lässt? Tja, dann verlierst du nach und nach dieses Volumen an grauer Substanz und vergisst deine neuen Fähigkeiten wieder. Lass es nicht so weit kommen.
Nutze dein erwachsenes Gehirn
Ein Vorteil, den Erwachsene gegenüber Kindern haben, wenn es darum geht, irgendetwas über Musik zu lernen, ist, dass Erwachsene Erfahrung und Wissen mitbringen, das Kinder einfach nicht haben. Das bedeutet, dass Erwachsene ein intuitives, tieferes Verständnis von Musik als Ganzes haben.
Kinder lernen, weil ihre Eltern es wollen oder weil sie sich vielleicht dafür interessieren. Sie tun, was man ihnen sagt, und nehmen die Fähigkeiten auf, verstehen aber meist nicht die Wurzeln der Musik, die Theorie dahinter.
Ein Erwachsener dagegen lernt Komponieren, weil er es will und weil er Musik auf einer tieferen, persönlicheren Ebene versteht. Erwachsene können Musiktheorie und komplexere Aspekte des Komponierens besser verstehen als Kinder. Nutze diese reife Logik, deine Erfahrungen und dein Verständnis der Welt, um großartige Musik zu erschaffen.
Wähle eine Musikrichtung und lerne zuerst diese
Eine der besten Möglichkeiten, die Plastizität deines Gehirns zu nutzen, um als Erwachsener Musik zu lernen, ist, auf den Bahnen aufzubauen, die schon existieren. Das gelingt dir, indem du dich darauf konzentrierst, die Musik zu lernen, die du wirklich gern hörst. Diese Bahnen sind bereits da, du verzweigst dich also nur von ihnen aus. Dein Gehirn erkennt diese Musik als etwas, das du magst, und so fällt es dir als Erwachsener viel leichter und entspannter, Songs schreiben oder ein Instrument spielen zu lernen. Betrachte das als einen kleinen Gehirn-Hack.
Schalte Ablenkungen aus
Hier haben es Kinder leichter als Erwachsene. Ihnen wird oft gesagt, was sie wann tun sollen. Ablenkungen werden ganz natürlich aus ihrer Lernumgebung entfernt, und sie bekommen den Raum und die Zeit, sich darauf zu konzentrieren, ihr Instrument spielen zu lernen. Erwachsene haben diesen Luxus selten, also musst du ihn dir selbst schaffen.
Verbanne Ablenkungen aus deinem Lernbereich und deiner Übezeit. Schalte dein Handy und andere Mobilgeräte aus, schalte deinen Computer aus. Vielleicht willst du sogar deine Uhr ablegen, wenn dich der Blick auf die Zeit ablenkt. Schließ Türen und Fenster und bitte deine Mitbewohner, dich in Ruhe zu lassen. Dein Ziel sollte sein, dir jeden Tag eine Stunde freizuhalten – und wenn du mehr Zeit findest, umso besser!
Ist es schwieriger, als Erwachsener Komponieren zu lernen?
Nur weil ich gesagt habe, dass man als Erwachsener musikalische Fähigkeiten lernen kann, heißt das nicht, dass es leicht wird. Als Kind lernt man das alles leichter, weil das Gehirn wie ein Schwamm ist. Aber wie ich gezeigt habe, deuten Studien darauf hin, dass selbst Senioren oder Menschen mit Hirnverletzungen neue Fähigkeiten lernen können. Du bist nie zu alt!
Natürlich ist Musiklernen nicht so leicht wie einfachere Aufgaben. Du trainierst dein Gehirn um, damit es Muskeln auf eine Weise einsetzt, wie du es noch nie getan hast. Das ist hart! Du bringst deinem Gehirn bei, an Dinge zu denken, über die du vielleicht noch nie nachgedacht hast: Tonhöhe, Tempo, Notenlesen. All das verlangst du plötzlich von deinem Kopf und deinem Körper, und oft alles gleichzeitig.
Hab Geduld und gib deinem Kopf und deinem Körper Zeit, sich an diese neuen Fähigkeiten und Anforderungen zu gewöhnen. Es wird klappen, aber du musst geduldig sein und dranbleiben.
Manche Erwachsene bremsen sich aus Angst selbst aus. Ja, es ist beängstigend, etwas Neues zu lernen. Erwachsene tragen ein ganzes Leben voller Sorgen, Misserfolge und Fehler mit sich herum. Aber auch voller Erfolge! Als Erwachsene vergessen wir oft, uns auf das Positive in unserem Leben zu konzentrieren und auf all das, was wir können. Wenn du als Erwachsener Klavier, Gitarre, Songwriting oder Komponieren lernst, musst du den Blick auf das Positive richten. Du schaffst das, auch wenn du Angst hast zu scheitern. Du wirst Fehler machen, und das ist okay. Das gehört alles dazu. Lerne aus dem Fehler und versuch es noch einmal.
Ein einfacher Einstieg ist, dir diesen Artikel anzusehen. Er zeigt dir ganz praktisch, wie du innerhalb von Minuten mit dem Lernen anfangen kannst: Kann jeder Noten lesen lernen (oder ist es zu schwer)?
Fazit
Wenn du erwachsen bist und schon immer Klavier, Gitarre oder ein anderes Instrument lernen wolltest: Du kannst es! Wenn du erwachsen bist und schon immer Songs schreiben oder Musik komponieren wolltest: Du kannst es! Studien zeigen, dass sich das menschliche Gehirn verändern und anpassen kann – auch im Erwachsenenalter. Es braucht Zeit, Mühe, Geduld und Übung, aber es ist nie zu spät, Musik machen zu lernen.
Schau dir diesen wunderbaren TED-Vortrag an. Er bestätigt wirklich alles, was wir heute gesagt haben.
„Wusstest du, dass jedes Mal, wenn Musiker ihr Instrument in die Hand nehmen, überall in ihrem Gehirn ein Feuerwerk losgeht?“